Mallorca Atlas Die Insel, geprüft
Der schmale Sandstreifen des Caló des Moro zwischen den Felswänden, mit Badenden im türkisfarbenen Wasser und einem ankernden Boot.
Caló des Moro · 21. Aug. 2023

Caló des Moro und Cala s'Almunia: Parken und Uhrzeit

Ein 30-Meter-Strand mit bis zu 4.000 Menschen am Tag. Wo man wirklich parkt, was geregelt ist und zu welcher Uhrzeit der Besuch Sinn ergibt.

Von Guillem Talaia Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

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Der Caló des Moro ist ein Sandstreifen von wenigen Dutzend Metern, eingeklemmt zwischen zwei Felswänden. Genau deshalb ist er überall zu sehen: Das Foto ist perfekt, und der Ort ist winzig. Beides zusammen ist das Problem.

Gleich nebenan, fünf Gehminuten entfernt, liegt die Cala s’Almunia: ohne Sand, mit steinernen Bootshäusern — escars — und in den Fels gehauenen Treppen hinunter zum Wasser. Man besucht beide zusammen, und beide sollte man vorher verstehen.

Die Zahlen, die die Auflagen erklären

Im Mai 2026 gab die lokale Presse die Angaben der Informationstafeln vor Ort wieder:

  • In Spitzenzeiten kamen bis zu 4.000 Menschen am Tag zusammen.
  • In der Hochsaison verschwinden geschätzt rund 70 Kilo Sand pro Tag: etwa 490 pro Woche, zwei Tonnen im Monat, sechs Tonnen in den drei Hochsaisonmonaten.

Dieser Sand geht im Wesentlichen an den Menschen mit. Deshalb steht dort eine Bürste, um sich vor dem Aufstieg die Füße zu säubern: keine Marotte, sondern eine Schutzmaßnahme.

Es gibt eine Stiftung, Amics d’es Caló des Moro–s’Almonia, die sich um den Erhalt der Umgebung kümmert.

Was geregelt ist — und was wir nicht bestätigen konnten

Hier lohnt Genauigkeit, denn im Netz kursiert viel Veraltetes und Vermischtes.

Was die Gemeinde Santanyí tatsächlich veröffentlicht: eine Mitteilung, wonach die Zufahrt zur Cala s’Almunia ab dem 1. Juni für Nicht-Anwohner gesperrt ist — „Només podran accedir-hi els veïnats del municipi santanyiner” —, mit dem Hinweis, dass Besucher den kostenlosen Parkplatz am Ortseingang von Cala Llombards nutzen können und von dort rund anderthalb Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen, ohne Shuttlebus.

Der entscheidende Vorbehalt: Diese Mitteilung nennt die Veränderungen durch die COVID-19-Pandemie, stammt also aus dem Jahr 2020. Eine aktualisierte Fassung haben wir auf der Gemeindeseite nicht gefunden, die bestätigt, dass sie unverändert gilt. Für 2026 berichtet die Presse, die Gemeinde habe zusätzliche Stellplätze in es Llombards eingerichtet und den Zugang geregelt — eine Satzung, die wir verlinken könnten, ist dazu aber nicht veröffentlicht.

Praktisch heißt das: Geh davon aus, dass du nicht direkt daneben parkst, rechne mit einem Fußweg, und richte dich nach der Beschilderung vor Ort. Wer dir eine exakte Regel mit voller Sicherheit nennt, weiß es auch nicht besser.

Der Eingang der Cala s’Almunia vom oberen Weg aus, mit türkisfarbenem Wasser über Felsgrund

Die Cala s’Almunia am 21. August 2023, bei schon tief stehender Sonne.

Was niemand über den Abstieg sagt

  • Es gibt keinerlei Infrastruktur. Keine Bar, keine Toiletten, keine Duschen, kein Schatten am Strand. Nichts.
  • Der Abstieg ist eine Felstreppe, uneben und über weite Strecken ohne Geländer. In Flip-Flops geht das schlecht, mit kleinen Kindern oder Knieproblemen ist es keine gute Idee.
  • Auf den Sand des Caló des Moro passt, wer draufpasst. Im August mittags ist kein Platz für ein Handtuch; man steht oder sitzt auf den Felsen.
  • In s’Almunia gibt es überhaupt keinen Sand. Man steigt vom Fels und über die Stufen neben den Bootshäusern ins Wasser. Das Wasser ist genauso gut, am Ufer sind deutlich weniger Leute — bequem ist es trotzdem nicht.

Zu welcher Uhrzeit

Unser Foto entstand an einem 21. August um Viertel vor neun abends, und man sieht den Unterschied: Es sind Leute da, aber es geht.

  • Ganz früh, vor neun oder zehn Uhr morgens, und am späten Nachmittag sind die beiden Zeitfenster, die im Sommer funktionieren.
  • Außerhalb der Saison ist es ein anderer Ort. Das Wasser bleibt klar, das Licht ist besser, und das Parkproblem verschwindet.
  • Meide die Mittagszeit im Juli und August. Das ist keine Geschmacksfrage: Bei bis zu 4.000 Menschen am Tag siehst du zu dieser Stunde nicht das, wofür du gekommen bist.

Wie das in den Südosten passt

Wer den Tag in der Gegend verbringt: Der Naturpark Mondragó liegt eine Viertelstunde entfernt und hat geregelte Parkplätze, reichlich Sand und Infrastruktur. Und wer Küste ohne Menschen sucht, findet sie eine halbe Stunde weiter südlich am Cap de ses Salines — ohne Bar und ohne Schatten, aber auch ohne Schlange.

Mehr Fotos

  • Cala s'Almunia · 21. Aug. 2023

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Quellen